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Sterbefall 2017-05-17T10:17:35+00:00

Das Vorgehen bei einem Sterbefall

Ist ein Mensch verstorben, muss zunächst ein Arzt benachrichtigt werden, der eine Todesbescheinigung oder einen Leichenschauschein ausstellt. Trotz Trauer und Schmerz gilt es dann, viele Dinge zu erledigen und zu organisieren.

Notwendige Papiere und Dokumente bei einem Sterbefall:

  • Personalausweis des Verstorbenen
  • Ärztliche Todesbescheinigung oder Leichenschauschein bei Ledigen: Geburtsurkunde
  • bei Verheirateten: Auszug aus dem Familienbuch (ist für die Ehe kein Auszug aus dem Familienbuch vorhanden, ist die Heiratsurkunde vorzulegen) 
  • bei Geschiedenen: Rechtskräftiges Scheidungsurteil und Heiratsurkunde oder Auszug aus dem Familienbuch
  • bei Verwitweten: Auszug aus dem Familienbuch mit Sterbeeintrag des Ehepartners oder Heiratsurkunde und Sterbeurkunde des Ehepartners
  • gegebenenfalls Versicherungskarte der jeweiligen Krankenkasse/ vorhandener Bestattungsvorsorgevertrag/ Versicherungsunterlagen
  • Testament

Testament und Erbrecht

Die letztwillige Verfügung, das Testament, beinhaltet die Wünsche des Verstorbenen zu Bestattungsort, Bestattungsart oder auch zum Ablauf der eigenen Beerdigung. Das Testament ist bindend für die Angehörigen. Liegt kein Testament vor, entscheiden die nächsten Angehörigen über das gesamte Verfahren. Priorität hat dabei der Wille des Ehegatten. Ist kein Ehepartner hinter blieben, gilt der Wille der Kinder oder deren

Ehegatten. Es folgen die weiteren Verwandten in der Reihe ihres Verwandtschaftsgrades. Im Zweifelsfall kann bei unterschiedlichen Auffassungen zum Erbrecht zwischen Angehörigen gleichen Grades die Polizei oder die Ordnungsbehörde hinzugezogen werden.

Notwendige Formalitäten der Angehörigen:

  • Trauerfeier: Einladungen versenden, Trauerbriefe schreiben
  • Erbschein beantragen und Testament eröffnen lassen
  • Kündigungen: Wohnung, Mitgliedschaften, Dienstleistungen, Versicherungen
  • Abmelden/ Abbestellen: Telefon, Auto, Post, Daueraufträge, Gas, Wasser, Heizung
  • Bei der Versicherungsanstalt Berlin oder bei den Landesversicherungsanstalten den Rentenanspruch geltend machen
  • Versorgung von Haustieren
  • Benachrichtigungen: Kreditgeber, Kunden
  • Einschalten eines Rechtsanwaltes, Notars oder Steuerberaters (Erbrecht)
  • Beamtenversorgung: Beantragung der Versorgungsbezüge bei zuständiger 
  • Dienstbehörde und Zusatzversicherung im öffentlichen Dienst

Die Erbfolge im deutschen Erbrecht

Das deutsche Erbrecht regelt zunächst die Erbfolge, nach der in erster Linie die Kinder eines Verstorbenen erben. Wurde die Ehe in Form einer Zugewinngemeinschaft geführt (Normalfall), erhält der überlebende Ehepartner aber die Hälfte des Vermögens. Bei Gütertrennung muss er es mit den Miterben teilen. Kinder und Ehepartner erben immer, denn sie haben einen Pflichtteilanspruch in halber Höhe ihrer gesetzlichen

Ansprüche. Auch der testamentarische Alleinerbe muss diesen Pflichten nachkommen – und zwar in bar.